Einheit 1 · Level 4 · Die Verhaltenslücke
Die Lücke in Euro
Eine jährliche Lücke von 1-2 % klingt nach Rundungsfehler. Über ein Arbeitsleben aufgezinst ist sie es nicht. Erinnere dich an die 72er-Regel: Geld verdoppelt sich bei 7,2 % alle 10 Jahre, bei 4,8 % braucht es aber etwa 15 Jahre pro Verdopplung. Über 30 Jahre sind das drei Verdopplungen gegen zwei, und der Unterschied wird in echten Euro gezahlt, nicht in Prozent.
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Was gefragt wird
Du investierst 10.000 € für 30 Jahre. Ruhig gehalten bei 7,2 %/Jahr verdoppelt es sich alle 10 Jahre → 80.000 €. Mit einer Verhaltenslücke, die dich auf 4,8 %/Jahr drückt, verdoppelt es sich alle 15 Jahre → 40.000 €. Wie viele Euro hat dich die Lücke gekostet?
80.000 € − 40.000 € = 40.000 €: die Lücke fraß die Hälfte des Endbetrags. Ein 'kleines' Leck von 2,4 %/Jahr, über 30 Jahre aufgezinst, kostete mehr als das Vierfache der ursprünglichen Investition.
Ordne die Reise von 10.000 €, die mit 7,2 % pro Jahr aufzinsen
Beachte, dass die letzte Verdopplung 40.000 € hinzufügte, so viel wie die ersten beiden zusammen. Jeder Panikverkauf riskiert, die Uhr für die größte Verdopplung von allen neu zu starten.
72er-Regel: bei 7,2 % pro Jahr verdoppelt sich Geld etwa alle ___ Jahre.
72 ÷ 7,2 = 10. Dieselbe Regel aus Liga 1, die den Schaden der Inflation maß, misst nun, was deine Geduld verdient.
Was ist das zuverlässigste Werkzeug, um die Verhaltenslücke zu schließen?
Die Lücke entsteht durch Entscheidungen, also entferne die Entscheidungen. Ein Dauerauftrag kauft durch Euphorie und Panik gleichermaßen, ganz ohne Willenskraft.
Tiefste Lektion dieser Einheit: wo lebt die Verhaltenslücke eigentlich?
Volatilität ist die Aufgabe des Marktes; darauf zu reagieren ist optional. Lass die Reaktion weg und die Rendite des Fonds wird DEINE Rendite. 🐜
Der Rest dieser Einheit
Fonds laufen gut, ihre Anleger schlechter. Schließe die Lücke zwischen dir und deinem eigenen Geld.